animal head
logo
top curve
ImageImageImageImageImageImageImageImage

Zufallsbild Gallery

Sponsoren

image007

WBHC IFAA in Australien

IFAA WBHC 2011 Wagga Wagga

16.000 km Anreise, 24 Stunden Flug und 5 Autostunden, ein wenig fanatisch muss man schon sein, wenn man so eine Anreise in Kauf nimmt. Vierzehn Österreicher stürzten sich in dieses Abenteuer. Gleich von Anfang an sollte die Sache für Nöbauer Christina etwas anders laufen als geplant. Christina hatte einen Eiterherd an einem Finger der Bogenhand, der schon länger unter ärztlicher Beobachtung stand. Leider verschlechterte sich dieser Zustand während der Anreise rapide, anstatt zu heilen, so dass sie ihren Australienaufenthalt gleich mit zwei Krankenhaustagen und einem operativen Eingriff begann. Ans Schießen war danach leider nicht mehr zu denken. Christina reiste später per Zug an.

Wagga Wagga ist eine 64.000 Einwohner zählende Stadt im Norden von Melbourne.  Das Wettkampfgelände lag ungefähr 23 km außerhalb (für australische Begriffe in nächster Nachbarschaft) auf einem bewaldeten Hügel mitten in der Botanik.

Das Gras sieht aus wie eine Almwiese im Herbst. Für australische Begriffe ist es unglaublich grün und bewachsen, denn nach zehn Jahren Trockenheit (keine Seltenheit) hat es die letzten drei Jahre relativ viel geregnet. Wir hatten Glück, es regnete vor- und nachher und am Morgen des letzten Tages, jedoch praktisch nicht während des Schießens.

500 BogenschützInnen waren gekommen, um sich hier zu messen. Der WBHC folgten dann am Osterwochenende noch die Australian Championchips, derentwegen viele Einheimische angereist waren. Für uns Europäer war vor allem das ungewöhnliche Licht ein Problem, das Entfernungen ganz anders erscheinen ließ. Deshalb war unsere frühe Anreise sicher vorteilhaft.

Insgesamt kann man gleich vorausschicken, dass die WBHC 2011 zu den unkompliziertesten der letzten Jahre zählt. Die Eröffnungszeremonie war einfach aber feierlich. Eine Militärmusikkapelle spielte beim Einmarsch die Hymnen der jeweiligen Nationen. Großer Wert wurde hingegen auf das Schießen selbst und die Parcours gelegt. Es waren zwei Dreipfeilrunden auf australische Auflagen zu schießen, die uns unbekannt waren. Beim Stecken waren generell alte Füchse am Werk, die die komplette Trickkiste des Bogenschießens auszunützen wussten. Viele Ziele waren so gestellt, dass exaktes Entfernungsschätzen nicht möglich war. Außerdem täuschen die Auflagen generell unglaublich, denn wenn ein Hirsch der Gruppe 1 einen Körper hat, der maximal 30-35 cm Fallhöhe hat, dann gehört schon einiges dazu, einen Treffer zu landen. Auch auf der Hunterrunde wurden die Distanzen voll ausgereizt. Sie wurde entlang eines Grabens gesteckt, der einige attraktive Bergauf- und Bergabschüsse bot.

Die Leistungen der Österreicher können sich sehen lassen. Insgesamt haben sie sensationell abgeschnitten. Von den 13 schießenden Teilnehmern konnten 9 eine Medaille ergattern. (Siehe Ergebnisliste.)

Herausragend ist sicherlich Haunschmidt Herwig zu erwähnen, der die CP Bowhunter unlimitet Klasse dominierte. Lagen am zweiten Tag noch 14 Schützen auf vier Punkte beisammen, konnte er sich nach einem Gleichstand am dritten Tag schließlich am letzten Schusstag mit 6 Punkten Vorsprung in dieser äußerst gut besetzten Klasse durchsetzen.

Relativ deutlich konnten sich Mayr Richard (HB) und Wilhelmstätter Christian (LB) von den Zweitplatzierten absetzen. Letzterer ist damit zum dritten Mal Weltmeister mit  dem Langbogen geworden. Das hat bisher in der IFAA noch keiner geschafft!

Rinderere Dominik konnte in der Jugend Recurve Klasse mit über 300 Punkten Vorsprung ebenfalls sein Können beweisen!

Was bleibt sonst noch zu sagen? Die Leute sind sensationell nett! Kulinarisch sind vor allem die Riesensteaks um 10 Euro zu erwähnen. Es gibt sogar wirklich guten Kaffee. Das Land hat eine unglaubliche Weite und ist auf alle Fälle eine Reise wert, ob mit oder ohne WM!

Text: Neumayr Kurt

Zurück